Fische, Muscheln, Pflanzen und Teile von Tierskeletten gefunden. Später stabilisierten sich Felsen, Boden und Klima und so konnten sich auch Fauna und Flora entwickeln. Im Innern der Höhle wurden Knochen, Zähne und Krallen von Bären, sowie Reste von Wölfen, Rehen und Vögeln gefunden. Wenige Anzeichen gibt es jedoch für die Anwesenheit des Menschen, vielleicht auch durch das schwere Überleben in dieser Gegend. In der Neuzeit fanden Wanderjäger im Innern der Grotte Zuflucht vor Unwettern, wilden Tieren und Feinden und hatten zusätzlich Wasser.

Die Geschichte Antrums verliert sich im Verlauf der Jahrhunderte und es gibt noch vieles zu entdecken und zu dokumentieren. Der reißende unterirdische Bach hat sicher dazu beigetragen, große Überreste des prähistorischen Menschen wegzuschwemmen.
In der Römerzeit, im 2. Jhd. v. Ch. hatte die Grotte das Ansehen einer uneinnehmbaren Festung und Wache für die Täler und war Teil einer Serie von Festungen an den Grenzen des „Decima Regio, Venetia et Histria“, das Kaiser Augustus vereinigte, indem er die Verwaltung und die Obergewalt von Aquileia diesem nord-östlichen Gebiet widmete. Vor der Ankunft der Langobarden, datiert zwischen 533 und568 sei die Grotte auch Sitz eines byzantinischen Mönchsorden von Mönchen aus Cividale gewesen (Venuti, 1994: 245).

Im Verlauf der Jahrhunderte wurde dieses Gebiet durch das Eindringen von Goten, Hunnen, Alemannen, Avaren, Langobarden, Franken, Ungaren und Türken verwüstet.

Als Zentrum eines arianischen Kultes war der Ort Antrum auch in religiöser Hinsicht von Wichtigkeit (Nazzi, 1994: 245). Die Widmung der Kirche an die beiden Heiligen Johannes den Täufer und den Evangelisten Johannes ist nicht zufällig, sie zeigt den Übergang vom ketzerischen Kult zum Katholizismus. Zwischen dem 7. Und 10. Jhd. wurde das Territorium der Natisonetäler mehrmals und von verschiedenen Slawen besetzt. Antrum ist vielleicht der Slavenort mit den reichsten geschichtlichen Erinnerungen. Vielleicht war die begrenzte Macht der Einwohner die beste Voraussetzung, um seit dreizehn Jahrhunderten hier zu überleben.

Die ersten Bauarbeiten an der Grotte sind wahrscheinlich auf die Langobarden zurückzuführen, wenn man bedenkt, dass sich zu dieser Zeit in der Umgebung von Cividale mehrere fromme Männer ansiedelten und hier auch begraben wurden. In diese Epoche fällt wahrscheinlich der Bau der „Loggetta“, die sich rechts vom Eingang befindet. Von der ursprünglichen Konstruktion blieben der Bogen aus Steinblöcken, das Kreuzgewölbe und die rechte Wand mit dem mondförmigen Fenster erhalten. In den folgenden Jahrhunderten wird die „Loggetta“ umbenannt: Kapelle von S. Maria Maggiore in Antro (13. Jhd.) und S. Maria Antiqua (17. Jhd.).
In der Langobardendomäne erhielt der Frankenkönig Karl der Große auch den Titel Langobardenkönig und gründete hier das Herzogtum.

Foto N. 20 - Lacerto antichissimo sulla parete dell’abside rappresentante una palma, una “ruota cigliata” o il sole, la scritta con caratteri latini e greci, in alto una croce. - Ostanek stare freske na steni apside: palmova veja, žarkasto kolo ali sonce, napis v latinskih in grških črkah, križ. - Absiswand, auf der eine Palme, ein Rad oder die Sonne abgebildet sind, die Inschrift in lateinischen und griechischen Buchstaben, darüber ein Kreuz. - Ancient lizard on the apse wall, representing a palm, a “ruota cigliate” or the sun, the inscription with Latin and Greek letters, high above a cross.


Friaul war somit erneut mit dem deutschen Reich verbunden, vom 10.- 13. Jhd. wirkten deutsche Patriarchen, die vom Kaiser ernannt wurden. Entscheidend war die Einsetzung des Patriarchen Sighard (1077). Die Patriarchen von Aquileia hatten trotz des Lehnswesen große Vorrechte: ein ausgedehntes Vermögensgebiet, ein Parlament, eine starke Gerichtsbarkeit, ein Heer und eigenes Geld. Außerdem hatten sie eine eigene Flagge: ein goldener Adler auf hellblauem Grund. Trotz der Vasallenschaft der Patriarchen an das deutsche Kaiserreich pflegten die Friulaner das Mythos des unabhängigen Staates.